Karla 51

”Karla 51“ ist ein Hotel in München, in Deutschland einzigartig: ein Hotel für obdachlose Frauen. Weibliche Obdachlosigkeit bleibt im Schatten unserer Städte unsichtbar. Frauen schämen sich und wenden viel Kraft und Geschick auf, um unauffällig zu bleiben, den Schein „des Normalen“ so lange wie nur möglich aufrecht zu erhalten. Wenn Frauen an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurden, gehören sie nicht mehr dazu und die „normalen Leute“ wollen nichts mehr von ihnen wissen.Der Verlust einer Wohnung ist für Frauen viel schwerer zu ertragen als für Männer, denn in Tradition und Gesellschaft ist sie noch immer die Haus-Frau, die Hüterin des Heimes und wenn sie keines mehr hat, verliert sie damit auch ihre Identität.Der Film von Sylvie Banuls zeigt das Leben in einem Hotel, in dem die Wohnungslosigkeit nur der kleinste gemeinsame Nenner ist. Ausserdem trägt jede Frau ihre eigene Geschichte, ihre Nöte, Träume und Aggressionen mit sich und in das Frauen-Haus hinein – aber auch ihr Lachen, ihren Humor, ihre Lieder und manchmal ihr kleines Stück Paradies.Dieses Frauenobdach ist kein Wohnheim auf Dauer, eher eine Zwischenstation. ”Unsere Bewohnerinnen sollen sich fühlen wie im Hotel, meint Frau Wandt, die Leiterin von Karla 51. „Es mag vielleicht befremdlich klingen, hilfesuchende Frauen als Gäste zu bezeichnen, aber wollen wir sie mit unserer Gastfreundlichkeit empfangen. Durch Respekt und Anerkennung sollen sie ihre Würde wiedergewinnen. Eine Bewertung oder Kritik steht uns nicht zu. Es ist unverständlich, dass in unsere Gesellschaft Leute so missachtet werden, nur weil sie kein Geld haben.”Im Film „Karla 51“ bekommen obdachlose Frauen ein Gesicht.

Kamera: Suzan Gluth – Angelika Huber – Klaus Lautenbacher

Ton: Julie Lambert – Gregor Kuschel

Schnitt: Pauline Pauli –  Sylvie Banuls

Redaktion: Margrit Schreiber – Rudolf Blank

Regieassistenz und Aufnahmeleitung: Daniella Pade – Natalia von Normann

Eine Produktion von Filmkraft Peter Heller Filmproduktion im Auftrag von 3SAT / ZDF